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24.12.2006 |
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Mord an Saddam: Ein Zeuge wird eilig zum Schweigen gebracht!
Nie ist ein Staatsmann wegen geringfügigerer Vorwürfe gehenkt worden, als das Staatsoberhaupt des Iraks, Saddam Hussein, in den Morgenstunden dieses 30. Dezember 2006. Seitdem Fromm am 20. Juli 1944 Stauffenberg eigenmächtig hat erschießen lassen, ist meines Wissens kein politisches Todesurteil jemals in solcher Hast vollstreckt worden. Der Vorwurf, den seine Mörder, also die Regierung der Vereinigten Staaten und deren Komplizen und Komplizinnen, gegen Saddam Hussein erhoben hatten, ist denkbar fadenscheinig: Er soll im Jahre 1982 an die 149 schiitische Männer als Vergeltungsmaßnahme für ein Attentat durch ein Gericht zum Tode verurteilen haben lassen! Nehmen wir einmal an, es gäbe keine Unschuldsvermutung, das Gericht Saddams wäre kein ordentliches gewesen und die Erschießungen wären zu Unrecht erfolgt: Dann wäre die Entrüstung des Westens immer noch eine Farce! Oder können Sie etwa ein Jahr nennen, in der die von Frau Merkel gestützte Israelische Regierung weniger als 149 Unschuldige Palästinenser durch Luftschläge hat ermorden lassen? Oder einen Tag im Wirken von Präsident Bush, auf den weniger als 149 Opfer entfallen? 650.000 Opfer hat der US-Angriffskrieg bisher unter irakischen Zivilisten gefordert. Die Millionenzahl der durch Uranmunition verstrahlten Opfer durfte bisher gar nicht erhoben werden.
Warum der Gasmord an den Kurden ausgeklammert wurde.
Ein viel schwerwiegenderer Vorwurf, als es eine Vergeltungsmaßnahme an 149 Partisanen wäre, stellte der Völkermordvorwurf durch Giftgas an den Kurden dar: So sind in der Stadt Halabaja im März 1988, nach Angaben der Medien, Tausende kurdische Zivilisten von Saddam Hussein mittels Giftgas ermordet worden. Der Massenmörder, Herr Präsident G.W. Bush, sagte damals gar mit gespielter Entrüstung: “Der Irak vergast seine eigenen Menschen!” Die Wahrheit könnte freilich anders aussehen. So verdanken wir es dem Professor der Kriegshochschule der US-Armee Stephen C. Pelletiere, über den tatsächlichen Hergang Bescheid zu wissen. Denn dies berichtet Professor Pelletiere am 31. Jänner 2003 in der New-York Times wörtlich (zitiert nach dem "National-Journal", Netz-2003):
"Als hochrangiger politischer Analyst der CIA, zuständig für den Irak während des Irak-Irankrieges von 1988 bis 2003, weiß ich um die Dinge genau Bescheid. ...... Darüber hinaus wurde mir die Aufgabe zuteil, 1991 eine von der Armee eingeleitete Untersuchnung zu führen...... Die geheime Version dieses Berichtes umfaßt ausgiebig die Halabaja-Affaire. ... Über die Vergasungen von Halabaja wissen wir so viel, daß es zu Einsatz von Giftgas zwischen Irakern und Iranern in der Schlacht um die Stadt kam. Die Iraker setzten dabei Senfgas ein. Der Zustand der toten Kurden deutete allerdings darauf hin, daß sie einem Blutgas zum Opfer fielen, also ein auf Cyanid gestütztes Gas... Der Untersuchungsbericht stellt fest, daß es iranisches Gas war, das dort zum Einsatz kam ..."
Nun ist es klar warum der Hauptmordvorwurf gegen Präsident Hussein nicht zu seinen Lebenszeiten verhandelt werden durfte: · Der Gaseinsatz von Halabaja erfolgte nicht zum Zwecke des Völkermordes, sondern im Zuge von Kampfhandlungen zwischen Irakischen und Iranischen Truppen. · Es gab also dort keinen Völkermord. Die kurdischen Zivilisten gerieten zwischen die Fronten. · Die Iraker setzten zuerst Giftgas und zwar das von den USA gegen den Iran gelieferte Senfgas ein, worauf der Iran - auch im Kampf um Halabaja - mit Zyanid-Gas antwortete. So wurde also, um die USA als Urheber des Gaskrieges nicht zu brandmarken, in der “Verhandlung” gegen Herrn Präsident Hussein auf den Hauptvorwurf der “Ankläger” verzichtet und für die Todesstrafe ein fadenscheiniger Vorwand herangezogen. Die grausige juristische Komödie betreffend Halabaja wird erst jetzt hinter verschlossenen Türen abrollen, da man Präsident Hussein für immer verstummt wähnt. Jetzt ahnt man auch, warum Heinrich Himmler seinerzeit den Nürnberger Prozeß nicht erleben durfte und rechtzeitig beim Verhör verschied. Indessen tobt der Widerstand des tapferen sunnitischen Volkes ungehemmt durch das Land, ein Widerstand, dem die US-Armee nichts entgegen zu setzen weiß, außer dem Stoff, der ihn nährt: Folter und Mord. Wie lachten sie einst, als der Präsident, gestützt auf seine schlecht gerüstete Armee die “Mutter aller Schlachten” vorhersagte. zum Das Lachen der Besatzer ist inzwischen verstummt.
Gerd Honsik Seit 1992 im Exil
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