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Sergej Kremlev
Russland und Deutschland: Gegeneinander hetzen!
(Das Buch ist nur auf Russisch)
ISBN 5-17-017638-4, 5-271-05910-3
Übersetzung aus dem Buch
„Russland und Deutschland: Gegeneinander
hetzen!“
Deutschland hat im Laufe seiner jüngsten
Geschichte mehrfach gezeigt, dass es fähig ist die Bemühungen des Staates
und der Gesellschaft zu konzentrieren, um auf die führenden Plätze in der
Welt zu kommen. Immer war eins der hauptsächlichen (wenn nicht der
wichtigste) Systemfaktoren die erstaunliche und rettende Fähigkeit der
deutschen Gesellschaft zu einem schnellen Erlangen eines hohen
psychosozialen Tonus als Basis der Beschleunigung öffentlicher,
wirtschaftlicher und politischer Bemühungen.
Eigentlich hat auch das russische Volk diese
Fähigkeiten. Warum den nicht? Wir spannen die Pferdewagen zwar lange an,
fahren dafür aber schnell. Das hat der große Deutsche, Bismarck, über uns
gesagt, und nicht zufällig: Verwandte Naturen können bei dem Partner solche
Details feststellen, die der Partner selbst nicht bemerkt. Im
französisch-preußischen Krieg 1871 zählte Deutschland zu den Außenseitern
des politischen Weltgeschehens.
Nach dem Sieg Preußens über Frankreich und dem
Ausrufen des Deutschen Reiches hat sich Deutschland innerhalb von zwei
Jahrzehnten zur Weltmacht entwickelt, mit guten Chancen sogar die USA zu
überholen. Nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg gewann Deutschland
schnell neue Kraft und entwickelte sich dynamisch und effektiv. Nach der
weitaus zerschmetternden Niederlage im Zweiten Weltkrieg erholte sich
Deutschland viel langsamer, wenn man die psychologische Seite des
Gesellschaftslebens beobachtet. Noch heute ist die deutsche Seele beklemmt.
Oskar Fehrenbach sagte mit der Gleichgültigkeit
eines Eunuchen: “Deutschland hat das Interesse an Europa verloren”. Kann
sein, dass es heute so ist (vielleicht aber auch nicht, und nur
“Fehrenbachs” wollen es so haben). Und morgen? Erstens haben wir das
vereinte Deutschland. Zweitens gibt es eine Tendenz zur Ausrottung des
Schuldkomplexes bei den Deutschen, viele junge (aber auch die nicht mehr so
jungen) Deutsche fangen wieder an sich den hohen psychologischen
gesellschaftlichen Tonus anzueignen. In Deutschland war das immer ein
Vorbote von ernsten gesellschaftlichen Veränderungen und leider auch von
Revanche-Stimmungen.
Das erste könnte wie eine erfrischende Dusche
auf Deutschland wirken. Das zweite aber... Eine Revanche kann sehr
verschieden ausfallen, doch im Kampf gegen Russland hat Deutschland noch nie
etwas Redewertes gewonnen. Mit Russland jedoch hat Deutschland große Siege
gefeiert... Irgendetwas hat auch der Zuwachs der rechten Gesinnung in
Österreich zu bedeuten, das traditionell zu Deutschland tendiert. Man darf
nicht vergessen, dass die Idee des “Anschlusses” nicht zu Hitlers Zeiten
entstand, sondern in den 70-er Jahren des XIX Jahrhunderts.
Nach dem Zerfall des Österreichisch-Ungarischen
Imperiums hat die österreichische Nationalversammlung für den Anschluss
gestimmt, der aber sofort von der Entente verboten wurde. Aber Deutschland
(wie jedes andere Land) sieht auf den Starken. Ist Russland denn jetzt
stark? Natürlich nicht. Doch in Zukunft kann nur Deutschland zum
strategischen Partner (vielleicht auch zum Verbündeten) Russlands werden.
Deutschland könnte im Bund mit Russland nicht nur der USA-Hegemonie in der
Welt trotzen.
Deutschland kann zusammen mit Russland zum
Zentrum der Herauskristallisierung einer neuen Weltordnung werden: nicht im
Sinne der Elite der USA, sondern im Sinne des ganzen Planeten und seiner
Bewohner- sowohl zweibeinig als auch vierbeinig (denn, lieber Leser, auch
die letzteren kann man nicht endlos quälen). Die Welt (besonders die kleinen
Länder) und einige Kollektive brauchen Führer, Vorbilder.
Aber ist das eigennützige, flügellose,
scheinheilige und freche Amerika für diese Rolle geeignet? Amerika hat schon
neues Durcheinander nach Europa gebracht und die Wunden Balkans aufgerührt.
Im Prinzip können verschiedene europäische Länder territoriale Ansprüche
gegeneinander stellen. Eine Patenschaft der USA bedeutet Krieg, Aufstände
und nationale Erniedrigung.
Es ist nicht ausgeschlossen, dass die kleineren
Staaten in Kürze gezwungen sein werden sich neue Paten zu suchen, bis hin
zur Rückkehr zu Russland (wenn Russland es für rational hält). Aber muss
auch das neue, starke Russland zurück nach Europa? Ja, natürlich! Jedoch
müssen wir nicht in ein amerikanisiertes, sondern ein “europäisches” Europa,
in dem Deutschland eine Vorreiterstellung hat. Kein sich selbst
respektierendes Volk (außer dem Abschaum der Gesellschaft, welches gewohnt
ist von den Almosen zu leben) hatte je Gefallen an der amerikanischen
Gegenwart in seinem Land. Coca-Cola, Kaugummi, ein blödes “lebensfreudiges”
Lächeln, eine rückwärtsgedrehte Baseball-Kappe und ähnliche “Vorzüge” der
amerikanischen Lebensart werden nur von unterentwickelten Volksgruppen
aufgenommen.
Doch derjenige, der ein Gefühl des
Nationalbewusstseins hat, der sagt dann und wann “Yankee, go home!”, wenn
auch auf keiner Demonstration, sondern zu Hause vor dem Kamin. Nehmen wir
als Beispiel den Norweger Bjönstern Björnson. Über diesen stolzen
Nobelpreisträger, Schriftsteller und Patrioten bis zur Federspitze sagte man
in Norwegen des XIX Jahrhunderts: “Den Namen Björnsten Björnson zu nennen
ist wie die norwegische Fahne zu hissen”. Ihn kann man nicht des Lakaientums
verdächtigen. Erinnern wir uns: Er gab grade Deutschland die natürliche
Führung und sah Europa unter der Leitung Deutschlands.
Und Russland? ... Russland von heute braucht
keinen (ausländischen) Leiter, es zwing sich niemandem als Leiter auf. Wir
haben keine Weltansprüche, aber das entsprechende Potenzial! Führer, die
neuen “Waräger”, brauchen wir nicht, aber wohl einen zuverlässigen Partner.
Zu Beginn des neuen Jahrhunderts kann nur Deutschland dieser Partner sein.
Es ist Zeit die Bemühungen jener feindlichen Kreise zu zerschlagen, die
deutsch-russische Partnerschaft nicht wollen und über alles fürchten.
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